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Wanderung durch den Abisko Nationalpark – 2. Tag

Da wir die Nacht im Freien verbracht haben, wachten wir bereits am frühen Morgen um 06.00 Uhr auf. Der erste Wandertag lag vor uns und damit wir gut gestärkt unseren Trekking-Trip entlang des Kungsleden (siehe Karte von Wandermap) starten konnten, haben wir Frühstück gemacht. So gab es wieder eine Trekkingmahlzeit – Rührei. Dazu haben wir auf dem Lagerfeuer, welches noch loderte, Wasser erhitzt und einen Tee aufgekocht. Anschließend haben wir unsere Sachen gepackt und uns zurück auf den Weg zur Abisko Turiststation gemacht (ca. 2 km), dort startet unser Teil des Kungsleden.

Zu Beginn geht es eine ganze Weile durch einen Birkenwald und zur rechten fließt ein rauschender Gebirgsfluss, welcher im weiteren Verlauf öfter schöne Wasserfälle zeigte. Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns, Sonnenschein pur und 20°C, da lässt es sich gut wandern. Am Anfang liefen noch ziemlich viele Tagesausflügler mit uns, jedoch nach ein paar Kilometern Marsch trafen wir auf deutlich weniger Trekker. Auf relativ ebenerdiger Strecke gingen wir immer entlang des Flusses, welcher irgendwann Abeskojavri mündet, dem großen See, an dessen Ende unser erstes Etappenziel lag.

Nach ca. 14 km Wanderung erreichten wir schließlich nachmittags unseren Zeltplatz Abiskojaure, welcher über eine Brücke zu erreichen ist und auf einer Halbinsel im See liegt. Am Campingplatz wurden wir vom Platzwart begrüßt. Für eine Gebühr von 100 SEK pro Mann konnten wir unser Zelt aufschlagen sowie Küche und Sanitäreinrichtungen nutzen. Wobei unter Sanitäreinrichtungen als Toilette ein Plumpsklo sowie als Dusche ein Bad im 7°C kalten See zu verstehen sind. Aber Trekkerherz was willst du Meer. Nachdem wir unser Zelt aufgeschlagen haben, sind wir zum “Strand” am See gegangen und haben ein Bad genommen, welches zwar erfrischend aber sehr kalt war. Bei der Küchennutzung ist Geschirr sowie die Nutzung eines Gasherdes inklusive, so haben wir nach unseren Bad ein weiteres Gericht probiert. Es gab Bio Chili Püree mit Hanfcrispies und Rührei und einigen warmen Tassen Tee. Nach so einem ersten langen Tag genau die richtige Stärkung. Anschließend spielten wir ein wenig Karten und dann ging es bald ins Zelt voller Eindrücke der ersten Tage, welche Lust auf mehr machten.

195 Km nördlich vom Polarkreis – 1. Tag

Nachdem Michi bereits am Vorabend mit dem Auto von Bremen nach Butzbach angereist ist, sollte eine sehr kurze Nacht vor uns liegen, denn um 07.35 Uhr sollte unser Flug vom Frankfurter Flughafen starten. Da wir bereits online eingecheckt hatten, lag eine frühe aber stressfreie Anreise  vor uns. Somit starteten wir pünktlich mit dem Flugzeug Richtung Schweden über Stockholm nach Kiruna. Ein wenig ungewöhnlich war, dass wir unser Gepäck in Stockholm aufnehmen, durch den Zoll schleppen und für den Weiterflug erneut aufgeben mussten. Hier ist also Aufmerksamkeit geboten, ansonsten steht man ohne Gepäck in Kiruna.

TrekkingTester Richtung Abisko Turiststation

Bei uns hat auf jeden Fall alles bestens geklappt, so dass wir pünktlich in Kiruna gelandet sind und nachdem wir unser Gepäck aufgenommen hatten in den Bus (Linie 91) Richtung Abisko steigen konnten. Nach ca. 1 Stunde Fahrt sind wir schließlich an der Abisko Turiststation angekommen, einem kleinen Ort 195 km nördlich vom Polarkreis. An der Turiststation wollten wir eine Gaskartusche für unseren mitgebrachten Kocher kaufen. Da jedoch die von uns benötigten Gaskartuschen nicht vorhanden waren, mussten wir direkt einen neuen Kocher kaufen. Des Weiteren wollten wir nach einem Zeltplatz Ausschau halten. Wildes Campen ist im Abisko Nationalpark jedoch verboten, so entschlossen wir uns die Straße wieder ein paar Kilometer zurück zu gehen bis wir den Nationalpark verließen. Am See Torneträsk fanden wir ein kleines Plätzchen direkt neben den Bootsanlegern, um unser Lager aufzuschlagen.

Da das Wetter wirklich sehr gut war, verzichteten wir darauf unser Zelt aufzubauen und entschieden uns, die Nacht ohne “Zelt überm Kopf” im Freien zu verbringen. Mittlerweile meldete sich auch der Hunger, immerhin waren wir mittlerweile etwa 13 Stunden unterwegs. Somit kam Dareks erster Einsatz als Trekker-Koch. Es gab Bratkartoffeln mit Speck, die erste Speise aus unserem Trekkingessensvorrat. Nach dem Essen sammelten wir Holz und machten ein Lagerfeuer direkt neben unserem Schlafplatz. Wir legten unsere Isomatten und Schlafsäcke aus und genossen den ersten Abend bzw. die erste Nacht in Schweden: Schlafen vor dem Lagerfeuer unter freiem Himmerl direkt an einem riesigen See. Besser kann der Urlaub kaum starten. Völlig müde und voller Vorfreude auf die nächsten Tage schlufen wir bald ein. Zwar war die Mittsommernacht schon vorbei, doch es war die ganze Nacht über hell mit ein wenig Dämmerung zwischendurch. Schon faszinierend dies mal zu erleben.

Unterwegs auf dem Kungsleden – Trekking in Schwedisch Lappland 2010


Wanderroute 672867 – powered by Wandermap 

Endlich ist es soweit! Wir starten mit unseren Tagesberichten gefolgt von den angekündigten Testberichten…viel Spaß beim lesen.

Hintergrund für die Trekkingtour:

Noch immer fasziniert von unserer Trekkingtour in den Pyrenäen (2009) – wir haben hier berichtet – wollten wir unbedingt auch in diesem Jahr wieder einen gemeinsamen Trekking-Trip unternehmen. Darek erzählte im Frühjahr von den Fjällraven Classics, eine organisierte, mehrtätige Trekkingtour in Nordschweden. Als wir jedoch nach genauerer Recherche feststellten, dass dies eine ausgebuchte  Massenveranstaltung ist und hunderte von Menschen daran teilnehmen, wussten wir schnell, dass dieser Massenlauf nichts für uns sein würde. Dennoch waren wir beeindruckt von Erlebnisberichten und uns gefiel die Vorstellung eine Woche durch Nordschweden zu trekken. Also beschlossen wir den Kungsleden auf eigene Faust zu entdecken. Die Vorbereitungen konnten also starten.

Der Kungsleden – Vorbereitung der Route

Beide hatten wir vom Kungsleden noch nichts gehört. Der Kungsleden ist ein berühmter Fernwanderweg in Schweden mit einer Gesamtlänge von ca. 440 km. Dieser „König der Wanderwege“ erstreckt sich von Abisko im Norden, einem kleinem Ort ca. 200 km über dem Polarkreis, bis Hemavan im Süden. Da wir lediglich 9 Tage (24.07. bis 01.08.) inkl. An- und Abreise für unsere Tour eingeplant hatten, entschieden wir den wohl schönsten Abschnitt des Kungsleden zu gehen – von Abisko nach Nikkaluokta mit Zwischenstopp an der Kebnekaise Fjällstation und Besteigung des Kebnekaise, dem mit 2104 m höchsten Berg Schwedens.

Da der Flughafen von Kiruna in erreichbarer Nähe von unserem jeweiligen Start- und Zielpunkt liegt und somit die Weiterreise mit dem problemlos Bus möglich ist, buchten wir entsprechende Flüge von Frankfurt über Stockholm nach Kiruna und zurück. Eine Anreise mit der Bahn wäre sicherlich auch reizvoll gewesen, jedoch aufgrund unserer knappen Zeit nicht möglich.

Zur besseren Planung unserer Route besorgte Michi eine Wanderkarte von „Fjällkarten BD6 Abisko – Kebnekaise – Narvik“. Später auf dem Weg merkten wir, dass man aufgrund der sehr guten Wegkennzeichnung nicht zwingend auf die Karte angewiesen ist, jedoch ist es das ein oder andere Mal nützlich und schön sich die geleisteten und vor einem liegenden Strecken noch einmal anzuschauen.

Während sich Michi also um die Logistik (An-, Weiter-, Abreise, Route, Karte, etc.) kümmerte, war Darek die Aufgabe vorbehalten sich um die Trekking-Verpflegung für unsere Trekkingtour zu kümmern, was ihm auch hervorragend gelang. Denn anders als auf unserem Trip in den Pyrenäen wollten wir diesmal komplett autark unterwegs sein. Für uns bedeutete dies, die komplette Trekkingnahrung von Anfang bis Ende mitzutragen und jede Nacht zu zelten. Wie man sich sicherlich denken kann, machen diese Umstände unsere zu schleppenden Rücksäcke nicht unbedingt leichter. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass wir lediglich das Notwendigste an Ausrüstung und Klamotten mitnehmen konnten.

Kurzum die Planungen liefen und wir freuten uns auf den Start unseres nächsten Abenteuers.

Preview: TrekkingTester auf dem Kebnekaise

Wir sind wieder daheim! Der Fernwanderweg “Kungsleden” in der Gebirgswelt Schwedisch-Lapplands brachte uns mit interessanten Menschen und ihre Geschichten zusammen, konfrontierte uns mit 24 Stunden Helligkeit, launischem Wetter und jede Menge Moskitos. Kurzum eine erlebnisreiche und eindrucksvolle Trekking-Tour von der wir in den kommenden Wochen berichten werden.

Wir versprechen interessante Touren-Tipps, Testberichte, Fotos und unterhaltsame Videos. Aktuell arbeiten wir das Material auf.

Zur Einstimmung die Kurzfassung unserer Emotionen als wir auf dem Kebnekaise – höchster Berg Schwedens – stehen.

Aufstieg zum Pic de Casamanya in Andorra

Mit guter Laune in den Tag gestartet, besuchten wir das Bistro am Campingplatz und bekamen ein super Frühstück serviert. Mit vollen Mägen stiegen wir ins Auto und machten uns auf in Richtung Pic de Casamanya (2.740 m), einem der höchsten Berge Andorras. Der Aufstieg unter klarem Himmel war schön, jedoch bot uns der Weg bei heißen Temperaturen nach dem Durchreiten der Pinienbäume keinen Schatten mehr. Der Aufstieg war im Vergleich zu den letzten Etappen im Nationalpark „Valle de Ordesa“ sehr kurz (ca. 2 Stunden), aber extrem steil mit 800 Höhenmetern.

Am Gipfel angekommen bot sich uns ein toller, wolkenloser Panoramablick über die Berge Andorras. Wir nahmen uns die Zeit ein wenig auf dem Gipfel zu bleiben, beobachteten die Natur und stärkten uns ein wenig mit Müsliriegeln und Wasser.

Der Abstieg ging relativ schnell. Am Ausgangspunkt angekommen, machten wir ein kleines Picknick. Darius stellte ein weiteres Mal seine Kochkünste unter Beweis und zauberte abermals ein Tortellini-Menü mit Buchstabensuppe. Wohl gesättigt ging es zum Campingplatz zurück.

Nun waren Pflichten wir Wäsche waschen, duschen und das Auto reinigen auf dem Programm. Im Anschluss ging es wieder in das Bistro, wo wir es uns mit Paella, Baguette mit Aioli und Oliven gut gingen ließen. Diese Köstlichkeiten standen seit Beginn unserer Tour auf unserer Essenswunschliste.

Nach den sehr schönen und auch harten Touren der vergangenen Tage gönnten wir uns noch ein wenig „Urlaub“. Von Andorra ging es weiter nach Barcelona, wo wir mit einer Bustour Sight-Seeing machten (dringend zu empfehlen), und verbrachten zwei weitere Tage am Strand der Costa Brava. Anschließend traten wir in einer Nachtfahrt die Heimreise nach Butzbach / Bremen an. Ein echter Abenteuerurlaub voller beeindruckender Erlebnisse und Geschichten ging somit für uns zu Ende.

Resumee Trekking in den Pyrenäen / Cirque de Gavarnie

Nach dem Aufstehen hatten wir einen wolkenlosen Blick auf den Cirque de Gavarnie, unserem heutigen Ziel. Es war sehr kalt. Nach einem kleinen Abendessen haben wir unseren Trip Richtung Cirque aufgenommen, diesmal jedoch ganz gemütlich in Turnschuhen und mit Tagesrucksack, das waren wir unseren Füßen und Rücken schuldig. Angekommen am Cirque de Gavarnie haben wir einen Blogbeitrag für hessnatur (unserem Sponsor für die Funktionskleidung) aufgenommen. Hierzu diente die Kulisse mit den imponierenden Wasserfällen als toller Hintergrund. Auf dem Rückweg haben wir das Erlebte der letzten Tage noch einmal Revue passieren lassen und freuten uns auch schon auf die kommenden Ziele.

Zurück am Zeltplatz haben wir die Sachen gepackt, uns von Natalie verabschiedet und unseren Weg Richtung Andorra aufgenommen. Dieser führte uns über den Col du Tourmalet (2.114 m), einem der Höhepunkte der Tour der France. Viele Fans haben sich schon links und rechts der Straßen platziert, die Tour sollte am nächsten Tag hier entlang kommen. Ca. 200 km Fahrt lagen noch vor uns. Aufreger des Tages war ein Hornissenangriff (oder war es doch eine kleine Biene) auf Fahrer Darek mit zwei Stichen in Rücken und Finger bei 100 km/h. Während Darek sein Verhalten nach den Stichen als kühl und abgeklärt wahrnahm, hat Michael als unparteiischer Beifahrer das Brems- und Ausweichmanöver in den Graben waghalsig angesehen. Folge des Angriffs war ein Fahrerwechsel.

Ca. 22 Uhr erreichten wir Ordino in Andorra ohne Hilfe des Navi’s, das uns diesmal gnadenlos im Stich gelassen hat. Ein hilfsbereiter Abschleppdienst lotste uns den Weg zu einem Campingplatz. In Dunkelheit bauten wir uns Zelt auf und gingen auf ein frisches Bier und herrlichen Aioli-Broten in die Campingplatz-Kneipe. Danach ging es ins Zelt.

Aufstieg zum Puerto de Bujaruelo

Michi weckte Darek morgens um 7 Uhr aus seinem Schönheitsschlaf, denn um 7.30 Uhr ging es mit José Richtung Bujaruelo. So fuhren wir in einem Auto ca. 10 km, welches in Deutschland auf der Stelle stillgelegt werden würde. Aber dies konnte uns egal sein, Hauptsache wir kamen weiter. Angekommen an einem Refugio in Bujaruelo konnten wir nicht widerstehen uns am Frühstücksbuffet zu bedienen, eine Weiterreise mit leeren Magen wäre auch nicht gut gewesen.

Gestärkt ging es also in die letzte Etappe unseres Trekking-Trips. Über eine Steinbrücke verließen wir Bujaruelo und machten uns auf zurück zu unserem Basiscamp. Der Aufstieg war trotz der ca. 900 Höhenmeter relativ angenehm bei milden Temperaturen und viel Sonne. Murmeltiere, die grüne Vegetation und die herrliche Ausblick auf die schroffen Berge verdeutlichten und noch einmal die Schönheit dieser Trekking-Region.

Angekommen am Puerto de Bujaruelo machten wir Rast und philosophierten mit Xavier, einem Weggefährten, über Fußball und die Landschaft. Danach passierten wir wieder das Tal Richtung Gavarnie bei schönem Wetter, das uns auf dem Hinweg verborgen blieb. Geschafft durch die letzten Tage zählten wir die Höhenmeter und Minuten bis zum Basiscamp. Begrüßt von Natalie hatten wir es geschafft. Viele schöne, abwechslungsreiche, beeindruckende aber auch sehr anstrengende Trekking-Tage lagen hinter uns.

Auch wenn wir den geplanten Aufstieg zum Monte Perdido nicht durchführen konnten, mussten wir uns eingestehen, dass es aufgrund der schwindenden Kräfte auch gut so war. Wir sind stolz auf unsere Leistung nach ca. 50 km Wandern, Trekken und Klettern mit etwa 5.000 insgesamt zurückgelegten Höhenmetern und froh nahezu unversehrt wieder am Basiscamp angekommen zu sein. Mit leckeren Ravioli und einem Mönchsbier ließen wir den Tag ausklingen.

Trotz aller Erschöpfung haben wir auch für die kommenden Tage noch ein straffes Programm mit einer Wanderung und einer weiteren Bergbesteigung in Andorra.

Traumhaft Canyon Faja de Pelay – 5. Tag:

Mit dem Sonnenaufgang am nächsten Morgen sind wir aufgestanden. Ein herrlicher Blick eröffnete sich für uns zurück auf den El Taillon, wir haben gestern echt etwas geleistet. Nach Kaffee und Kamillentee zum Frühstück besprachen wir die weitere Trekking Route für den heutigen Tag. Eigentlich war heute der Aufstieg zum Monte Perdido (3.355 m), dem dritthöchsten Berge der Pyrenäen geplant, doch bei Michael war aufgrund seiner Verletzungen beim gestrigen Sturz nicht an Klettern zu denken, so dass wir durch die Faja de Pelay wanderten.

Nachdem alles abgebaut und eingepackt war, stiegen wir in den so genannten Canyon ein. Das Wetter war diesmal wirklich auf unserer Seite, viel Sonnenschein und angenehme Temperaturen begleiteten uns durch die spektakuläre Landschaft. Der Weg ging entlang der Baumgrenze, links und rechts waren viele Wasserfälle zu sehen, die im Tal in einem Fluss mündeten. Der Weg war leicht zu passieren, bis auf die letzten Meter. Hier mussten wir ca. 500 Höhenmeter durch steile Serpentinen durchqueren. Nach den beiden vergangenen schweren Tagen fiel uns dies etwas schwer, so dass wir glücklich am Ende den Parkplatz am Nationalpark „Valle de Ordesa“ erreichten. Mit dem Bus ging es von hier nach Torla, ein kleines verschlafenes Dorf am Rande der Berge. In dem Dorf stand die Hitze und wir haben uns auf die Suche nach einer Unterkunft gemacht. Für 10 € / Person konnten wir in einer Herberge unterkommen.

Anschließend haben wir uns ein rustikales 3-Gänge-Menü mit Rotwein gegönnt. Später im Zimmer auf der Herberge haben wir Trekker aus Menorca kennen gelernt, mit denen wir unsere Erfahrungen austauschen konnten. Zwei Cervezas (1 Liter San Miguel) und zwei Snickers rundeten den Abend ab. Insgesamt waren wir auch heute 6,5 Stunden auf den Beinen und froh ins Bett zu kommen. Darius hat für den kommenden Tag noch einen Chaffeur (José) für 15 € besorgt, so sparen wir uns die 40 € für ein Taxi nach Bujaruelo, unserem Startpunkt für den morgigen Tag.

9 Stunden Extremtrekking zum Refugio de Goriz – 4. Tag

Nach einer ordentlichen Portion Schlaf und einem guten Frühstück ging es gestärkt in Richtung Breche de Roland. Steil bergauf über einen Gletscher kamen wir nach 250 Höhenmetern am Breche und somit am Grenzübergang zu Spanien an auf 2.807 m. Der Aufstieg über Geröll und Eis forderte uns gleich zu von Beginn an. Nach einer kurzen Verschnaufpause sind wir östlich vom Breche Richtung El Taillon geklettert, einem von rund 200 Gipfeln über 3.000 m in den Pyrenäen – für uns jedoch der König unter den Bergen. Durch eiskalte Winde und Nebel erreichten wir den Gipfel auf 3.144 m. Die Aussicht war durch dicke Nebel- und Wolkenfelder leider sehr beschränkt. Trotzdem waren wir Stolz den ersten 3.000er unserer noch jungen Trekkerkarriere geschafft zu haben.

Danach brachen wir auf zum Refugio de Goriz, ohne Vorahnung was uns noch alles bevorstehen sollte. Zurück entlang des Breche de Roland sind wir westlich auf Gletschern und steilen Abhängen mit Kettensicherungen an den Wänden geklettert. Spätestens hier wurde uns bewusst, dass wir auf unsere Steigeisen wirklich angewiesen waren und dass dies kein leichtes Wandern wurde. Nachdem wir die Kettensicherung passiert hatten, hatte Michael einen kleinen Unfall: Der Wanderstock brach und er rutschte in die Felsen. Zum Glück ist nichts wirklich Schlimmes passiert, bis auf ein paar blaue Flecken und Schürfwunden. Darius leistete „erste Hilfe“, auch hier ein Glück, dass wir unser Verbandszeug dabei hatten. Nach dem kleinen Schock entschieden wir uns den direkten Abstieg ins Tal zu nehmen, denn bei der Alternative über einen steilen Gletscherabhang zu gehen war uns nicht wirklich wohl. So ließen wir die Vernunft siegen, aber auch der direkte Weg in das Tal war nicht einfach, so dass wir des Öfteren teilweise wieder hunderte von Metern bergauf steigen mussten, um auf den richtigen Pfad zu kommen.

Letztendlich haben uns die kleinen Steintürmchen den richtigen Weg finden lassen und so sind wir über grüne Wiesen, Bäche, kleine Felsvorsprünge und ein wenig Kletterei um ca. 17.30 Uhr am Refugio de Goriz (2.200 m) angekommen. Somit hatten wir an diesem Tag 9 Stunden Extremtrekking in den Knochen und Muskeln und genauso haben wir uns auch gefühlt. Hier auf der spanischen Seite war es deutlich wärmer als auf der französischen. Völlig erschöpft und erleichtert bauten wir unser Zelt auf und hingen die Wäsche auf.

Chefkoch Darius brutzelte wieder ein köstliches Tortellini-Festmahl und Michael lud auf ein spanisches Bier „Estrella Damm“ ein. Es wurde schnell dunkel und fast überwältigt von den Eindrücken und Erlebnissen des Tages haben wir uns noch lange im Zelt unterhalten. Leider haben wir unser Zelt auf einer Schräge aufgebaut, so dass wir mit den glatten Rucksäcken immer wieder ans Fußende im Zelt rutschten. Gute Nacht – nicht wirklich.

Route Richtung Refuge de Sarradets – 3. Tag

Morgens um 07 Uhr sind wir aufgewacht. Die erste Nacht im Zelt war kälter und härter als erwartet. Der Cirque de Gavarnie war wolkenbehangen und nur ab und zu sahen wir eine Bergspitze zwischen den Wolken auftauchen. Hoffentlich wird das Wetter noch besser, haben wir gedacht. Nach einem kurzen Frühstück haben wir das Zelt abgebaut und los ging es.

Von Gavarnie aus sind wir zwischen Wäldern und Wiesen gestartet, immer mit dem Blick in den Cirque de Gavarnie. Nach nur wenigen Kilometern haben wir gemerkt, dass wir uns doch ein wenig zu dick angezogen haben und erst einmal einen Teil unserer Klamotten abgelegt. Zudem fing der Rucksack jetzt schon an schwer zu werden. Das kann ja was werden…Über saftig grüne Wiesen setzen wir unseren Weg fort vorbei an Schafen und Kühen. Über uns kreisen die Geier, ob die merken, dass wir schon schwächeln. Plötzliche zogen dicke Wolken auf und es fing an zu regnen. Da wir zumindest in dieser Hinsicht bestens vorbereitet waren, konnte uns der Regen nichts anhaben.

Nach einiger Zeit sind wir am Puerto de Bujaruelo angekommen und somit auf einer Höhe von 2.273 m. Von hier aus konnten wir einen Blick auf die spanische Seite der Pyrenäen werfen. Weiter ging es steil bergauf entlang eines Kamms zum Refuge des Sarradets. Plötzlich lag ein riesiges Gletscherfeld vor uns, über das nur ein kleiner Trampelpfad führte. Spätestens jetzt wussten wir warum wir die Steigeisen mitnehmen sollten. Ein Glück hatten wir diese trotz aller Skepsis mitgenommen. Um die Schuhe geschnallt ging es über Gletscher hoch zur Hütte.

Völlig erschöpft, aber glücklich, kamen wir schließlich nach 6,5 Stunden Trekking über Stock, Stein und Eis sowie ca. 1.200 zurückgelegten Höhenmetern am Refuge des Sarradets an. Der eisige Wind und die steinige Umgebung haben uns im Refuge ein Bett nehmen lassen. Ein Glück war etwas frei, so bezogen wir mit 13 anderen Wanderern unser Zimmer. Da wir jedoch unseren Proviant selber schleppten, haben wir uns entschlossen selber zu kochen bzw. Darek hat dies übernommen. Es gab Kaffee, Tortellini mit Knoblauch und Tomaten sowie Buchstabensuppe mit Mais, als Dessert einen Tee der Wahl aus unserem reichhaltigen Sortiment.

Unser erster Trekking Trip hat uns viel mehr Kraft gekostet, als wir gedacht hätten. Darek klagte über Hüft-, Kopf- und Gliederschmerzen und war ab 18 Uhr ans Bett gefesselt. Michi hatte Schulterschmerzen und trank mit einigen anderen Wanderern noch einen Kakao. Einige dieser Wanderer sollten wir in den nächsten Tagen immer wieder einmal treffen. Die Schuhe haben bislang, obwohl kaum eingetragen, kein Problem gemacht und auch die Multi-Funktions-kleidung von hessnatur erhielt gute Noten. Der Blick aus unserem Zimmerfenster auf den Breche de Roland ließ schon die Vorfreude auf den nächsten trekking Tag steigen.

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