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Nicht ohne Karte auf den Puig de Teix! – 4.Tag

Heute sollte die zweite Wanderung auf uns warten. Wir hatten mehrere Routen zur Auswahl und entschieden uns den Puig des Teix zu bewandern. Früh morgens fuhren wir nach Valledemossa, unser Ausgangspunkt für die Tour. Angekommen am Parkplatz viel es uns etwas schwer uns zu orientieren, der Einstieg zum Wanderweg war nicht leicht bzw. gar nicht zu finden und somit fragten wir uns durch. Dabei sind wir auf ein älteres Ehepaar aus Bayern gestoßen, die denselben Weg gehen wollten und auch Probleme mit dem Start zu haben schienen. Jedoch waren die beiden wesentlich besser vorbereitet als wir und hatten eine Karte. Also fragten wir, ob wir sie nicht ein wenig begleiten dürfen bis der Weg klar erkennbar war. Somit wanderten wir die ersten Kilometer zu viert.

Die Wanderung erstreckte sich am Anfang wie so typisch für Mallorca durch karges Gelände übersät mit Olivenbäumen. Entlang der Strecke bot sich immer wieder ein toller Blick hinaus aufs Meer. Nach ca. 1,5 Stunden kamen wir auf einer Erhebung mit einem alten Steinhaus an. Ist dies schon der Gipfel? Anscheinend waren wir schon da. Wir machten ein wenig Rast und bald kam auch das Ehepaar mit dem wir anfangs zusammen gegangen waren an. Auf unsere Frage, ob wir hier auf dem Gipfel sind, antworteten die beiden, dass wir noch lange nicht am Ziel sind und zeigten auf den großen Nachbarberg, der von Nebel umhangen war. Wie gesagt, wir waren nicht gerade bestens auf diese Tour vorbereitet.

Somit ging es erst einmal steil wieder bergab, um danach noch steiler wieder bergauf zu gehen. Wir wanderten entlang eines Grades, die Wolken zogen immer dicker auf, so dass wir den Gipfel nie vor Augen hatten und nicht wirklich wussten, wo genau unser Ziel liegt. Irgendwann kamen wir an eine steinere Mauer und kletterten über eine Leiter um unseren Weg fortzuführen. Langsam zog der Nebel davon und wir hatten Blick auf den Gipfel. Nach ein paar Metern kamen wir schließlich nach ca. 3 Stunden auf dem Puig des Teix (1.064 m) an. Wir hatten einen tollen Panoramablick über Insel und Meer und genossen jeder für sich ein wenig die Ruhe hier oben.

Nachdem wir verschnauft hatten, wollten wir uns auf den Rückweg machen. Aber wo lang? Unsere „Führer“ aus Bayern waren bereits schon wieder abgestiegen, aber aufgrund des Nebels haben wir sie nicht mehr gesehen. Somit gingen wir ungefähr in die Richtung, in die die beiden auch gegangen waren. Naja irgendwie wird es schon richtig sein, haben wir gedacht. Und tatsächlich irgendwann auf dem Abstieg haben wir die beiden wieder getroffen und überholt. Nachdem es erst durch steiniges Gelände ging, mussten wir irgendwann über steile Passagen durch einen Wald. Mal wieder etwas orientierungslos ließen wir uns von unserem Instinkt leiten. Die letzten paar hundert Meter führten vorbei an großen Olivenplantagen und wir kamen somit nach ca. 2 Stunden Abstieg wieder in Valledemossa an. Ein wenig schauten wir uns die kleine Altstadt an und gönnten uns Kaffee und Kuchen. Anschließend fuhren wir wieder nach Paguera. Mit ein paar kühlen Bieren und einem leckeren Abendessen ließen wir unseren Urlaub langsam ausklingen.

Abreise

Morgens packten wir unsere Sachen, denn unser Rückflug stand auf dem Programm. Da wir das Mietauto noch hatten, brauchten wir nicht mit dem Flughafenshuttlebus mitfahren und konnten somit noch ein wenig länger frühstücken. Am Flughafen haben wir dann unser Auto abgegeben und gingen Richtung Terminal. Somit gingen 5 schöne Tage leider viel zu schnell vorüber und die Heimat hatte uns nach ca. 2 Stunden Rückflug wieder.

Steinchen werfen im Torrent de Pareis – 3. Tag

Nach der Wanderung des gestrigen Tages hatten wir uns entschieden heute Mallorca per Auto zu erkunden, um möglichst viele Ecken der Insel zu sehen und natürlich auch um unseren Füßen und Beinen ein wenig Urlaub zu gönnen (Kommt halt davon wenn man mit Turnschuhen auf den Puig de Masanella steigt). Ausgeschlafen und mit einem ausgiebigen Frühstück ließ sich gut in den Tag starten. Bei erneut schönem Wetter besuchten wir die Küstenorte Port d´Andraxt und Sant Elm von wo man einen tollen Blick auf die Insel La Dragonera hatte. Weiter ging es entlang der Westküste Mallorcas über serpentinenartige Straßen mit faszinierenden Ausblicken auf das Meer und die Berge. Angekommen in Port Soller gönnten wir uns eine Kleinigkeit zu Mittag und verbrachten ein wenig Zeit am Strand.

Unser anschließendes Ziel war die Bucht von Sa Calobra, einer der Touristenattraktionen der Insel, die man unbedingt besuchen sollte. Die Bucht erreichten wir über die berühmte Straße nach Sa Calobra. Die Straße überwindet auf ihren 12,5 Kilometern Länge einen Höhenunterschied von 780 Metern und ist an einigen Passagen sehr eng. Rechts und links der Straße geht es oftmals steil bergab. Angekommen am Parkplatz haben wir unser Auto abgestellt und über einen Fußweg kamen wir an den Ausgang der bekannten Felsenschlucht des Torrent de Pareis. Fast allein bot uns hier ein toller Ausblick auf die steilen Felsen dieser Schlucht. Im Sommer bei Trockenheit kann die Schlucht auch per Wanderung und Kletterei durch den Torrent erreicht werden. Kurze Zeit hatten wir darüber nachgedacht am kommenden Tag diesen Trip zu versuchen, da die Schlucht in den frühen Monaten jedoch zu viel Wasser führt, wurde uns hiervon abgeraten. Aber auch so war es ein traumhaftes Erlebnis den Sonnenuntergang hinterlegt mit dem Rauschen des Meeres zu beobachten. Dabei haben wir im Felsen eine interessante Formation gefunden, die wir unbedingt auf Video festhalten mußten.

Da wir ja noch ein wenig Zeit und Strecke zurückzulegen hatten und kein Mensch außer uns mehr in der Schlucht war, entschlossen wir uns die Heimfahrt anzutreten. Die Serpentinen hinauf in Dunkelheit war noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis. Wir haben wirklich nicht viel gesehen und an der einen oder anderen Stelle standen plötzlich Schafe und Ziegen mitten auf der Fahrbahn. Somit bewegten wir uns nahezu in Schritttempo aus der Schlucht und fuhren nach Paguera zurück.

Mit Turnschuhen auf den Puig de Massanella – 2. Tag

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Puig de Massanella, mit 1.365 m der zweithöchste sowie höchste frei zugängliche Berg Mallorcas, da der höhere Puig Major militärisches Sperrgebiet ist. Bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen holten wir allerdings erst einmal unseren Mietwagen (Opel Corsa Ecotec) ab und fuhren nach Palma de Mallorca, um dort die Kathedrale zu besichtigen. Plötzlich zogen vom Meer her Wolken auf und die Kathedrale lag im Nebel. Hoffentlich lässt uns das Wetter nicht Stich.

Über Inca fuhren wir Richtung Selva / Lluc. Ca. 12 km nach Selva kamen wir am Coll de sa Batalla (576 m) an. Dies ist eine einsame Tankstelle mit einem Restaurant. Das Auto stellten wir am Straßenrand ab und machten uns auf den Weg um ca. 11:30 Uhr. Etwa 200 m bergab überquerten wir eine Bogenbrücke und treffen hinter einer Linkskurve auf den Wanderweg. Auf einer Steintafel ist der Puig de Massanella ausgeschildert. Ein schattiger Weg brachte uns bis zu einem eisernem Gatter, hier war eine Mautgebühr (5,- €) zu bezahlen. Wir blickten auf Terrassenfelder einer Finca und wandern zwischen Mandel- und Olivenbaumplantagen auf einem steinigen Pfad, immer wieder vorbei an Ruinen und steinigen Mauern.

Langsam wurde es immer steiler und die Anstrengung stieg, jedoch bot der Wald angenehmen Schatten. Je höher wir gelangten, desto schöner wurden die Ausblicke durch den immer lichterwerdenden Wald. Vor uns waren schon zahlreiche Gipfel zu sehen und wir stellten uns die Frage, ob einer davon schon der Puig de Massanella ist. Nach ca. 1,5 Stunden machten wir im Schatten eines Baumes Rast, es gab Baguette mit Salami, Orangen, Tomaten und natürlich reichlich Wasser zu trinken.

Nach der kurzen Stärkung setzten wir unseren Weg fort. Kleine Steinmännchen wiesen uns den Weg zum Gipfel, der mehr und mehr über Geröllfelder und zerklüftete Felspartien führt. Endlich sahen wir den Vorgipfel zwischen den beiden Gipfeln des Puig de Massanella. Steil bergauf und ohne jeglichen Schatten erreichten wir das Plateau vor dem Gipfel. Hier sprangen wir mehr zwischen den großen Steinen als das wir wanderten. Nach ein wenig Kletterei kamen wir nach ca. 2,5 Stunden auf dem Gipfel auf 1.365 m an und das mit Turnschuhen. Definitiv das erste und letzte Mal mit dieser Schuhausstattung.

Bei klarer Sicht bot sich uns ein faszinierender Ausblick auf die ganze Insel. Keine Wolke war am Himmel und die Anstrengungen haben sich wirklich gelohnt. Es waren nur wenige andere Wanderer mit uns auf dem Gipfel, so dass wir die Ruhe genießen konnten. Vorsicht: Direkt neben dem Gipfel liegt die Öffnung  eines etwa 20 m tiefen ehemaligen Schneehauses. Hier wurde in den Wintermonaten Schnee gesammelt und zu Eis verarbeitet, welches die Bewohner der umliegenden Dörfer bis in weit die Sommermonate zur Kühlung von Lebensmitteln nutzen konnten. Anschließend machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Auto und fuhren Richtung Paguera. Diesen tollen Tag ließen wir mit einem leckeren Abendessen ausklingen, es gab Seezunge und Lammkeule.

Eine Diashow aus ausgewählten Fotos findest du hier.

Wandern auf Mallorca statt Ballermann – 1. Tag

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Hintergrund

Relativ kurzfristig haben wir uns überlegt einen gemeinsamen Kurzurlaub zu machen und sind nach reichlicher Internetrecherche auf Mallorca gekommen. Auf den ersten Blick scheint Mallorca nicht besonders originell, da wir jedoch ein wenig Sonne tanken wollten und das Konto nicht unbedingt überstrapaziert werden sollte, hat uns ein Angebot überzeugt, dass wir nicht ausschlagen konnten: 462,- € für zwei Personen inkl. Flug und Hotelübernachtung. Also nichts wie hin.

Nach der Buchung haben wir uns dann überlegt, was wir eigentlich dort unternehmen wollen. Die typischen Anlaufzentren Mallorcas wie El Arenal und Ballermann sagten uns nicht zu. Wir wollten ein wenig entspannen, auf andere Gedanken kommen und die Natur erleben. Diese Ziele sollten wir auf jeden Fall auf Mallorca finden und hatten somit die Möglichkeit die Insel mit anderen Augen zu sehen als es viele andere Touristen tun.

Anreise

Am 13. März ging es früh morgens zu Fuß zum Bahnhof in Butzbach. Von dort fuhren wir mit dem Zug zum Frankfurter Hauptbahnhof. Hier mussten wir umsteigen, um zum Flughafen zu gelangen. Angekommen am Flughafen um ca. 07:00 Uhr checkten wir sofort ein und hatten somit ausreichend Zeit bis zum Abflug. Ein Kaffee und die Vorfreude auf die kommenden Tage ließen keine Chance für Müdigkeit trotz des frühen Aufstehens. Endlich kam der Aufruf unserer Maschine und wir waren in der Luft.

Schon der Anflug auf Mallorca ließ auf schöne Tage hoffen: wolkenloses Wetter und tolle Landschaften. Angekommen am Flughafen Palma de Mallorca stiegen wir in den Busshuttle nach Paguera. Der Bus brachte uns direkt zu unserem Hotel „Residencia Sutimar“, ein kleines Hotel mitten in Paguera, das auf jeglichen Luxus verzichtet, aber da wir das Zimmer nur zum Schlafen brauchten, genau richtig für uns. Wir bezogen unser Zimmer und machten uns gleich auf die nähere Umgebung zu erkunden.

So gingen wir zum Strand. Direkt an der Bucht von Paguera sahen wir Felswände, die direkt ins Wasser mündeten. Irgendwie zogen uns die steinigen Felsen magisch an und wir begannen zu klettern und genossen die Sonne und den Blick auf das Meer. Anschließend gab es eine kleine Mahlzeit an einem Strandbistro, wir waren ja auch schon ein wenig unterwegs.

Nach dem Snack kamen wir auf die Idee einen kleinen Berg direkt am Rand von Paguera zu besteigen. Ohne konkret zu wissen wo es lang ging, machten wir uns auf den Weg, um noch vor dem Sonnenuntergang auf dem Gipfel zu sein. Geschafft, oben wartete auf uns ein toller Ausblick über Paguera mit einem weiten Blick ins Inselinnere. Nachdem wir die Einsamkeit ein wenig genossen hatten, machten wir uns auf de Rückweg, um vor Dunkelheit zurück im Ort zu sein. Abends gab es in einem Lokal ein ausreichendes Tapas-Menü mit Rotwein.

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