Jetzt sehen Sie durch:Kungsleden

Kungsleden 2010 Foto Gallery

Wir sind in der Planung für die Korsika Trekking-Tour 2011 und was gibt es dabei  schöneres als Vorfreude und ein Rückblick auf die Kungsleden Trekking-Tour im Jahr 2010.

Rückreise nach Deutschland – Tag 9

Wir nahmen ein ordentliches Frühstück zu uns, packten unsere Sachen und machten uns auf zur Bushaltestation vor der Touristinformation in der Stadt. Um 11.30 Uhr startete dort en Bus, welcher uns für 50 SEK pro Person direkt zum Flughafen bringen sollte. Angekommen am Flughafen, gaben wir unser Gepäck auf und checkten ein. Mit einem Zwischenstopp und Umsteigen in Stockholm sollten wir um 19 Uhr den Frankfurter Flughafen erreichen.
Ein weiterer Trekking-Urlaub mit ca. 130 km Wanderung durch die Landschaft Lapplands, der Besteigung des höchsten Gipfels Schwedens (Kebnekaise, 2.104 m), den Begegnungen mit vielen interessanten Leuten, tollen und schönen Eindrücken sowie einigen neuen Abenteuern und Geschichten lag hinter uns. Der nächste Trekking-Trip kann folgen…

Über Nikkaluokta zurück nach Kiruna – Tag 8


Früh morgens um ca. 05.30 Uhr standen wir auf, da es an diesem Tag wieder regnen sollte und wir vorher unser Zelt abgebaut und gepackt haben wollten. Nachdem dies erledigt war, holten wir unsere Klamotten aus dem Trockenraum und frühstückten in der Küche der Station. Ca. 07.30 Uhr brachen wir zur letzten Etappe nach Nikkaluokta (19 km) auf. Trotz der Anstrengungen der letzten Tage kamen wir gut vorwärts. Der Weg war nahezu ohne Steigung und führte oft über die bekannten Holzpfade.

Nach ca. 8 km hatten wir die Möglichkeit mit einer kurzen Bootsfahrt um ca. 5 km abzukürzen. Den „Luxus“ gönnten wir uns für ca. 200 SEK pro Person. Das Boot legte am Ende des Sees an und wir mussten von dort die letzten Kilometer unseres Trips hinter uns bringen. Sehr müde und mit langsam schmerzenden Füßen erreichten wir um ca. 12 Uhr Nikkaluokta. Für 114 SEK pro Person nahmen wir den Bus (Nr. 92) zurück nach Kiruna. Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir im „Zentrum“ von Kiruna an.

Nach kurzer Suche fanden wir eine Herberge (Hotell City – Bergmästaregatan 7), welche zum Glück direkt um die Ecke war. Für 300 SEK pro Person inkl. Frühstück war die Unterkunft wirklich in Ordnung. Da Zimmer teilten wir mit Jens, einem Trekker aus Dänemark, der ebenso den Kebnekaise bestiegen hat. Somit konnten wir uns ein wenig über die Erfahrungen austauschen und Jens erzählte beeindruckende Geschichten von seiner Reise durch Peru. Vielleicht führt uns unser Weg eines Tages ja auch mal dort hin. Abends gingen wir Essen. Für Darek gabs Rentier, Michi hat Lachs gewählt. Unser letzter Urlaubsabend fand einen schönen Ausklang und die erste Nacht in einem Bett wartete auf uns.

Besteigung von Schwedens höchstem Gipfel – Kebnekaise (2.104 m)


Zum ersten Mal auf unserer Tour wurden wir vom Wecker geweckt, gebraucht hätten wir ihn aber nicht, da die Aufregung aufgrund unserer bevorstehenden Gipfelbesteigung nur einen leichten Schlaf zu ließ. Nach einem kurzen Frühstück ging es lediglich mit einem kleinen Tagesrucksack, gefüllt mit Steigeisen, Handschuhen sowie Mützen und einer Flasche Wasser um 07 Uhr an der Kebnekaise Fjällstation los, welche auf einer Höhe von 690 m liegt. Für unsere Tour haben wir den Västra Leden gewählt, dies ist im Vergleich zum Östra Leden der etwas längere Weg, jedoch aufgrund der ungewissen Wetterlage auch der etwas sichere für eine Besteigung.

Leider hat sich die Wettervorhersage vom Vorabend bestätigt und es regnete unentwegt. Wir gingen eine ganze Weile Richtung Westen den Weg zurück den wir am Vortag gekommen sind, bis wir von einem Schild zum Västra Leden geführt wurden. Entlang eines Gebirgsflusses ging es zwischen jetzt immer höher werdenden Bergen stetig bergauf. Nach ca. 2 Stunden mussten wir mehrere kleine Gebirgsbäche überschreiten und balancierten über Steine im Wasser. Anschließend kamen wir auf einer Höhe von ca. 1.200 m an ein Hochmoor. Die Wolkendecke wurde immer dichter, so dass wir nicht mehr weit blicken konnten und ein wenig die Orientierung verloren. Das konnte ja was werden. Gemeinsam mit zwei anderen Bergsteigern (neben uns einige der wenigen, die sich bei diesem Tag auf dem Weg zum Gipfel begeben haben) fanden wir den rot markierten Pfad bald wieder. Nach ca. 4 Stunden errichten wir den Gipfel des Vierramvare auf 1.711 m Höhe. Der Gipfel war übersät mit Steinmännchen, die sich innerhalb des Gipfels eine skurrile Landschaft bildeten. Vom Vierramvare ging es wieder ca. 200 m hinab bevor wir an den Fuß des Kebnekaise kamen. Ab jetzt sollte es nur noch steil bergauf gehen. Nach ca. 5 Stunden anstrengender Wanderung bei wirklich schlechten Bedingungen, denn die Steiner waren durch den starken Regen sehr rutschig, kamen wir an eine Hütte, welche Bergsteigern bei schlechtem Wetter als Notunterkunft dient. Wir gingen hinein, ruhten kurz aus und tankten Kraft für den Aufstieg.

Das schlechte Wetter ließ uns nicht auf schöne Ausblicke hoffen, als wir jedoch auf dem Steinplateau direkt vor dem Kebnekaise ankamen, öffnete sich die Wolkendecke und wir hatten einen tollen Blick auf den Gipfel. Das Wetter mussten wir jetzt nutzen. Da die letzten Meter des Aufstiegs über einen steilen Gletscher führen, schnallten wir uns die Steigeisen über und gingen vorsichtig Schritt für Schritt Richtung Gipfel. Richtig wohl war uns dabei nicht, da der Aufstieg lediglich über einen sehr schmalen Grat führte uns es links und rechts steil bergab ging. Ein Ausrutscher könnte jetzt böse enden. Darek erreichte zuerst den Gipfel, Michi folgte knapp darauf. Ca. 6 Stunden und 10 km nach unserem Aufbruch an der Kebnekaise Fjällstation haben wir es geschafft: Wir standen bzw. knieten auf 2.104 m Höhe, dem Gipfel des Kebnekaise, dem höchsten Punkt Schwedens. Darüber hinaus standen wir ganz allein auf dem Gipfel, weit und breit war niemand zu sehen. Diese Einsamkeit ließ uns das Ganze noch ein wenig mehr genießen. Etwas eingeschüchtert aufgrund der steilen Abhänge jedoch voller Stolz und Freude die Gipfelbesteigung geschafft zu haben, machten wir ein Gipfelfoto und drehten ein kurzes Video. Der Wettergott meinte es wirklich gut mit uns, denn für kurze Zeit war klares Wetter und wir hatten einen fantastischen Ausblick über die Bergwelt Schwedens mit unzähligen Gipfeln und Gletschern.

Da jedoch wieder Wolken aufkamen, machten wir uns wieder auf den Rückweg in sicherere Höhen. So ging es in kleinen Schritten den Gletscher bergab. Für den Abstieg bei durchgehenden Regen brauchten wir noch einmal ca. 6 Stunden, das es nass und glitschig war uns wir uns aufgrund des Nebels wieder etwas die Orientierung verloren ging. An unserem Zelt angekommen, legten wir die nassen Klamotten ab, gaben die Steigeisen zurück und gönnten uns die erste Dusche unseres Trips sowie ein Ausschwitzen in der Sauna. Als Andenken an unser Abenteuer leisteten wir uns beide ein Gipfel-Shirt vom Kebnekaise. Den Abend ließen wir mit einem Keb-Burger und einem gemütlichen Aufenthalt in der Lounge der Fjällstation ausklingen. Die Bilder von der Besteigung gingen uns den ganzen Abend noch durch den Kopf. Das war ein tolles Erlebnis und für uns beider die absolute Krönung unserer Tour.

Wanderung zur Kebnekaise Fjällstation – Tag 6

Relativ früh morgens wachten wir auf, wuschen uns ein wenig am nahegelegenen Fluss (das Wasser eiskalt wie immer) und frühstückten unser Trekking-Müsli. Zur Stärkung gab es noch Kaffee und Tee. Anschließend bauten wir unser Trekkingzelt ab und packten unsere Sachen zusammen. Heute sollten wir den eigentlichen Kungsleden wieder verlassen und ein 14 km langer Weg zur Kebnekaise Fjällstation lag vor uns. Bei schönem Wetter starteten wir erst ein ganzes Stück bergauf. Links und rechts von uns wurden die Berge immer höher und steiler bzw. das Tal immer schmaler.

Da die Strecke relativ gut zu gehen war und die Schultern sowie Füße nur bedingt schmerzten, verzichteten wir auf ein ausgiebiges Trekking-Mittagessen. Es gab lediglich frisches Gebirgswasser und Sesam-Riegel. Die Landschsaft um uns herum mit hohen Bergen und wolkenlosen Himmel war wirklich sehr schön auf diesem Teilstück. Auf unserem Weg zur Fjällstation hofften wir einen Blick auf den Kebnekaise, den mit 2.104 m höchsten Berg Schwedens, werfen zu können. Und tatsächlich, wenige Kilometer vor unserem Ziel konnten wir den Gipfel bei klarem Wetter zwischen anderen Bergen erkennen. Wir stellten uns vor, wie wohl der Aufstieg werden würde, denn dies war unser Ziel für den morgigen Tag.

Nach einer kurzen Pause vor der Kulisse des Kebnekaise setzten wir unseren Weg fort und erreichten die Fjällstation, welche aufgrund des großen Funkturms schon von Weitem sichtbar war. Nach Tagen der Ruhe und fast Einsamkeit war an der Fjällstation einiges los und wir suchten einen Platz inmitten der vielen Zelte, wo wir unser Lager aufschlagen konnten.

Anschließend informierten wir uns in der Fjällstation nach dem Wetter für den kommenden Tag und welche Ausrüstung wir für die Besteigung brauchen würden. Die Wetteraussichten waren nicht gut, es sollte durchgehend regnen. Aufgrund des Gletschers am Gipfel wurde uns das Tragen von Steigeisen empfohlen, welche wir für 140 SEK pro Person mieteten. Man kann an der Fjällstation auch geführte Touren auf den Kebnekaise buchen, aber wir wollten es auf eingene Faust probieren.

Zur Einstimmung auf die morgige Gipfelbesteigung gab es zum Abendessen einen Keb-Burger. Zum ersten Mal seit Beginn unserer Reise leisteten wir uns den “Luxus” Essen zu gehen. Mit vollem Magen ging es früh ins Bett bzw. Zelt, da wir früh mit dem Auftsieg beginnen wollten. Eine Mischung aus Vorfreude und, Respekt und Aufregung darüber, ob wir den Aufstieg schaffen und wie dieser wohl werden würde, begleitete unseren Schlaf.

Lagerfeuer und Sonnenuntergang in Singi – 5. Tag

Da unser heutiger Trip von Sälka nach Singi lediglich ca. 12 km lang sein sollte, starteten wir entsprechend entspannt nach einem langen Schlaf und guten Frühstück gegen 11 Uhr. Auf dem Weg nach Singi gingen wir über hügeliges Gelände entlang eines Flusslaufes mit zahlreichen kleineren Zuflüssen und Wasserfällen. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto besser wurde das Wetter. Endlich nach zwei bewölkten Tagen lockerte sich die Wolkendecke und die Sonne kam wieder zum Vorschein, was sich wiederum in den Temperaturen wiederspiegelte.

In Singi angekommen, schlugen wir unser Lager auf und genossen die Sonne indem wir auf unseren Isomatten faulenzten. Nebenbei gab es heute vegetarisches Trekkingessen Couscous und Gemüserisotto. Direkt neben uns baute Nina ihr Zelt auf, eine deutsche Trekkerin, die alleine auf dem Kungsleden unterwegs war. Gemeinsam sammelten wir Holz für ein Lagerfeuer. Für 20 SEK haben wir Holz zusätzliches Holz gekauft, welches von Darek mustergültig gehackt wurde. Wir machten es uns am Lagerfeuer gemütlich, grillten Marshmallows sowie Salamistückchen und beobachteten den wunderschönen Sonnenuntergang.

Überschreitung vom höchsten Punkt des Kungsleden – 4. Tag

Nach einer turbulenten Nacht mit viel Regen und starkem Wind, der unser Zelt das ein oder andere Mal durchrüttelte, wachten wir früh morgens auf und gönnten uns unser obligatorisches Frühstück mit Müsli und Tee. Heute sollte eine lange Etappe vor uns liegen. Wir planten die nächste Station in Tjäktja (ca. 10 km) bis mittags zu erreichen, um von dort die Tagesroute bis nach Sälka (ca. weitere 13 km) fortzusetzen. Wir mussten ja schließlich einen Tag der Gesamtroute aufholen, um einen extra Tag Zeit für die Besteigung des Kebnekaise zu haben.

Kurz nach unserem Aufbruch zogen dicke Wolken durch die Täler des Kungsleden und ließen keine weiten Ausblicke mehr zu. Das Wetter schien es mit uns heute nicht gut zu meinen, dennoch waren wir hochmotiviert. Trotz Regen und kühlem Wind wanderten wir langsam aber stetig bergauf. Nach ca. 4 Stunden erreichten wir Tjäktja, es war kühl und feucht, somit suchten wir einen Platz hinter einer Hütte, um unser Mittagessen zuzubereiten. Eine Stunde und eine warme Mahlzeit später entschieden wir uns weiterzugehen.

Ein wenig später auf dem Weg Richtung Sälka überquerten wir den höchsten Punkt des Kungsleden mit einer Höhe von 1.140 m. Angeblich hat man von dort eine gewaltige Übersicht auf die Landschaften der Täler und kann kilometerweit Blicken. Dieser Ausblick blieb uns leider verwährt, bis auf tiefstehende Wolken konnten wir nicht wirklich viel sehen. Der Regen begleitete uns bis nach Sälka und das letzte Drittel unserer Etappe machte sich langsam körperlich bemerkbar. Der Rücken und die Füße fingen langsam an zu schmerzen und wir gönnten uns regelmäßig kurze Pause. Trotz Regen und Schmerzen hatten wir jedoch immer noch den Blick für die schönes Landschaft entlang des Kungsleden. Eine karge Vegetation, jedoch aufgrund der Gletscher, Schneefelder und Berge trotzdem schön.

Angekommen in Sälka nahm uns der Herbergsvater in seine Obhut. Für 130 SEK pro Person konnten wir die Küche sowie die Sauna mitbenutzen. Nachdem wir das Zelt im Regen aufgebaut, gingen wir in die Küche und gesellten uns zu einer Gruppe Pilger, die wir fortan des Öfteren treffen sollten. Zu Dareks Glück gab es zusätzlich zu unserer Trekkingmahlzeit (Elch Gourmet Topf & Gemüserisotto) die “Reste” der Pilger: Erbsen mit Möhren, Kartoffelpüree sowie getrocknetes Rentierfleisch. Nach diesem kräftezehrenden Tag genau das Richtige. Sehr erfreulich an der Herberge in Sälka war auch, dass wir unsere nassen Klamotten in einen Trockenraum hängen konnten, auch wenn dieser maßlos überfüllt war. Unser letzes Highlight des Tages war dann der Saunagang am Abend. Frisch gewaschen und völlig müde sind wir anschließend ins Zelt.

Trekking in der schwedischen Hochebene – 3. Tag

Nach einer ersten Nacht in unserem neuen Xtend-Adventure Breeze 2 Trekkingzelt mit viel Schlaf hat auch dieses seinen Praxistest mit Bravour bestanden. Für Trekkingverhältnisse sind wir erst relativ spät aufgewacht, so dass wir ca. 08.00 Uhr in die Küche gegangen sind um zu frühstücken. Einen Tee und ein paar Pfannkuchen mit Äpfeln später haben wir unsere Sachen gepackt und waren somit bereit für die nächste Etappe zur Alesjaure-Herberge. Wir starteten wieder bei schönstem Wetter.

Ca. 4 km weiter bemerkte Darek, dass Michi einen seiner Turnschuhe, die außen am Rucksack befestigt waren, verloren hatte. Der Tag fing also prima an. Darek hielt die Stellung und Michi eilte zurück, um seinen Schuh zu suchen. Ein Glück hatte ein paar aus Frankreich den Schuh gefunden und mitgenommen, so dass Michi nicht allzu weit zurückgehen musste. Kurze Zeit später konnten wir also bereit weitermarschieren.

Der Weg wurde fortan immer steiler und die Baumgrenze war auch bald erreicht. Mittlerweile sind wir auf einer Höhe von ca. 800 m angekommen und je höher wir kamen, desto wolkiger, kühler und windiger wurde es, so dass wir bei einer kurzen Rast wärmere Klamotten angezogen haben. Nach einiger Zeit bekamen wir auch unser erstes Rentier zu sehen, welches vor uns den Weg gekreuzt hat und auch eine Samensiedlung lag direkt an unserer Strecke. Es ging weiter durch die schwedische Gebirgswelt bis wir an den großen See “Alesjavri” kamen, welcher von den Gletschern mit Wasser versorgt wird. Am Ende des Sees sollte unser nächstes Etappenziel liegen, bis dahin waren es aber noch einige Kilometer.

Langsam wurde das Wetter etwas besser und die Sonne kam wieder hervor, so dass wir am Rande des Sees unsere Mittagspause einlegten. Wir aßen ein wenig und ruhten aus, um Kräfte zu sammeln. Anschließend ging es entlang des Sees weiter, immer wieder abwechselnd über Holzwege, Trampelpfade und durch das Moor. Ohne richtige Wanderschuhe wäre man hier ganz schön verloren.

Nach einiger Zeit war Alesjaure in Sichtweite und wir freuten uns auf unser Zelt. Dort angekommen, entschieden wir uns jedoch aufgrund der unzähligen Mücken und trotz der bereits absolvierten 22 km in den Beinen weiter zu gehen. So folgten wir dem Kungsleden noch für etwas 3 km und schlugen unser Zelt Mitten in der lappländischen Wildnis auf, jenseits aller Zivilisation und nur auf uns gestellt. Ein kleines Lagerfeuer und ein warmes Essen rundeten den Tag ab. Am späten Abend fing es an relativ stark zu regnen und auch stärkerer Wind setzte ein. Wir waren gespannt, wie die Nacht bei diesem Wetter werden würde und hofften auf besseres Wetter für den morgigen Tag.

Xtend-Adventure Breeze 2 Trekkingzelt

Wanderung durch den Abisko Nationalpark – 2. Tag

Da wir die Nacht im Freien verbracht haben, wachten wir bereits am frühen Morgen um 06.00 Uhr auf. Der erste Wandertag lag vor uns und damit wir gut gestärkt unseren Trekking-Trip entlang des Kungsleden (siehe Karte von Wandermap) starten konnten, haben wir Frühstück gemacht. So gab es wieder eine Trekkingmahlzeit – Rührei. Dazu haben wir auf dem Lagerfeuer, welches noch loderte, Wasser erhitzt und einen Tee aufgekocht. Anschließend haben wir unsere Sachen gepackt und uns zurück auf den Weg zur Abisko Turiststation gemacht (ca. 2 km), dort startet unser Teil des Kungsleden.

Zu Beginn geht es eine ganze Weile durch einen Birkenwald und zur rechten fließt ein rauschender Gebirgsfluss, welcher im weiteren Verlauf öfter schöne Wasserfälle zeigte. Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns, Sonnenschein pur und 20°C, da lässt es sich gut wandern. Am Anfang liefen noch ziemlich viele Tagesausflügler mit uns, jedoch nach ein paar Kilometern Marsch trafen wir auf deutlich weniger Trekker. Auf relativ ebenerdiger Strecke gingen wir immer entlang des Flusses, welcher irgendwann Abeskojavri mündet, dem großen See, an dessen Ende unser erstes Etappenziel lag.

Nach ca. 14 km Wanderung erreichten wir schließlich nachmittags unseren Zeltplatz Abiskojaure, welcher über eine Brücke zu erreichen ist und auf einer Halbinsel im See liegt. Am Campingplatz wurden wir vom Platzwart begrüßt. Für eine Gebühr von 100 SEK pro Mann konnten wir unser Zelt aufschlagen sowie Küche und Sanitäreinrichtungen nutzen. Wobei unter Sanitäreinrichtungen als Toilette ein Plumpsklo sowie als Dusche ein Bad im 7°C kalten See zu verstehen sind. Aber Trekkerherz was willst du Meer. Nachdem wir unser Zelt aufgeschlagen haben, sind wir zum “Strand” am See gegangen und haben ein Bad genommen, welches zwar erfrischend aber sehr kalt war. Bei der Küchennutzung ist Geschirr sowie die Nutzung eines Gasherdes inklusive, so haben wir nach unseren Bad ein weiteres Gericht probiert. Es gab Bio Chili Püree mit Hanfcrispies und Rührei und einigen warmen Tassen Tee. Nach so einem ersten langen Tag genau die richtige Stärkung. Anschließend spielten wir ein wenig Karten und dann ging es bald ins Zelt voller Eindrücke der ersten Tage, welche Lust auf mehr machten.

195 Km nördlich vom Polarkreis – 1. Tag

Nachdem Michi bereits am Vorabend mit dem Auto von Bremen nach Butzbach angereist ist, sollte eine sehr kurze Nacht vor uns liegen, denn um 07.35 Uhr sollte unser Flug vom Frankfurter Flughafen starten. Da wir bereits online eingecheckt hatten, lag eine frühe aber stressfreie Anreise  vor uns. Somit starteten wir pünktlich mit dem Flugzeug Richtung Schweden über Stockholm nach Kiruna. Ein wenig ungewöhnlich war, dass wir unser Gepäck in Stockholm aufnehmen, durch den Zoll schleppen und für den Weiterflug erneut aufgeben mussten. Hier ist also Aufmerksamkeit geboten, ansonsten steht man ohne Gepäck in Kiruna.

TrekkingTester Richtung Abisko Turiststation

Bei uns hat auf jeden Fall alles bestens geklappt, so dass wir pünktlich in Kiruna gelandet sind und nachdem wir unser Gepäck aufgenommen hatten in den Bus (Linie 91) Richtung Abisko steigen konnten. Nach ca. 1 Stunde Fahrt sind wir schließlich an der Abisko Turiststation angekommen, einem kleinen Ort 195 km nördlich vom Polarkreis. An der Turiststation wollten wir eine Gaskartusche für unseren mitgebrachten Kocher kaufen. Da jedoch die von uns benötigten Gaskartuschen nicht vorhanden waren, mussten wir direkt einen neuen Kocher kaufen. Des Weiteren wollten wir nach einem Zeltplatz Ausschau halten. Wildes Campen ist im Abisko Nationalpark jedoch verboten, so entschlossen wir uns die Straße wieder ein paar Kilometer zurück zu gehen bis wir den Nationalpark verließen. Am See Torneträsk fanden wir ein kleines Plätzchen direkt neben den Bootsanlegern, um unser Lager aufzuschlagen.

Da das Wetter wirklich sehr gut war, verzichteten wir darauf unser Zelt aufzubauen und entschieden uns, die Nacht ohne “Zelt überm Kopf” im Freien zu verbringen. Mittlerweile meldete sich auch der Hunger, immerhin waren wir mittlerweile etwa 13 Stunden unterwegs. Somit kam Dareks erster Einsatz als Trekker-Koch. Es gab Bratkartoffeln mit Speck, die erste Speise aus unserem Trekkingessensvorrat. Nach dem Essen sammelten wir Holz und machten ein Lagerfeuer direkt neben unserem Schlafplatz. Wir legten unsere Isomatten und Schlafsäcke aus und genossen den ersten Abend bzw. die erste Nacht in Schweden: Schlafen vor dem Lagerfeuer unter freiem Himmerl direkt an einem riesigen See. Besser kann der Urlaub kaum starten. Völlig müde und voller Vorfreude auf die nächsten Tage schlufen wir bald ein. Zwar war die Mittsommernacht schon vorbei, doch es war die ganze Nacht über hell mit ein wenig Dämmerung zwischendurch. Schon faszinierend dies mal zu erleben.

« Ältere Einträge

TrekkingTester - Testberichte Wandern Outdoor Trekking Testberichte - Zelt Essen Bekleidung im Praxistests und Wanderberichte plus Tipps für Trekkingtouren Reis