Wir setzen unsere Trekkingnahrung Praxistestreihe fort, diesmal mit Lyo Expedition Fertiggerichten. Lyofood steht für gefriergetrocknete Fertiggerichte, welche die Kennzeichnung 100% natürliche Zutaten und ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe trägt. Das klingt schonmal gesund, aber ob es auch lecker & praktisch für die Trekkingtour ist? Das wollten wir herausfinden!
Ins Auge sticht gleich zu Beginn die Verpackung der Produkte: auffälliges Design, handlich & leicht. Allerdings ist die Produktbezeichnung bei zwei von vier Gerichten schwer lesbar (seht oben die Verpackungen). Gehen wir von außen nach innen zum Verpackungsinhalt. Hierbei findet sich neben dem Trockenprodukt auch ein Sauerstoffabsorber! Diese sind mir bisher auch aus vergangenen Praxistests unbekannt gewesen und weil es nicht gerade appetitlich klingt, mußte ich “Googlen”. Doch alles im grünen Bereich. Da Sauerstoffabsorber in der Regel aus Eisenpulver bestehen und auch lebensmittelecht verpackt sind.
Zur Zubereitung: Die Abbildungen und Beschreibungen auf den Verpackungen versprechen eine schnelle und einfache Handhabung: Zunächst Sauerstoffabsorber aus dem Beutel entnehmen, den Inhalt in einen Topf geben und mit heißem abgekochtem Wasser aufgießen. Circa 10 Minuten ziehen lassen und dabei zwischendurch umrühren. Fertig.
Bei der Zubereitung von Lyo Expedition Food habe ich mich genau an die Anleitung gehalten,dabei ist nach meiner Meinung über zwei kleine Mankos zu berichten. Erstens: mit der Wasserangabe 1,6 Gläser bzw. 400 ml kann ich auf Trekkingtouren relativ wenig anfangen (wenn ich nicht vorher zu Hause meine Gefäße mit Messbecher getestet habe) Besser gefällt mir persönlich das Vorgehen anderer Hersteller wie zum Beispiel Trek n Eat, da es in der Handhabung einfacher ist sich nach Fülllinien direkt auf der Verpackung zu richten – kein schätzen, kein rechnen – einfach und daher absolut Idiotensicher. Zweitens: Die Zubereitung im Topf/Schüssel, da hierbei lästiger Abwasch entsteht, der in der Regel mit kaltem Wasser erfolgt und daher bei Fettrandentfernung unnötig viel Zeit kostet. Andere Hersteller sind hier Trekkerfreundlicher, da hier die Mahlzeit direkt im Beutel zubereitet und ebenfalls dann auch direkt verzehrt werden kann. Das spart Zeit – Nerven – Energie und daher einfach praktischer.
Nach den kleinen Hürden kommen wir nun zu dem wichtigsten Teil : der Verkostung
Wie wichtig Abwechslung von verschiedenen Hauptbeilagen für längere Trekkingreisen ist, habe ich bereits im letzten Praxistest beschrieben. Umso schöner ist es für mich in diesem Test die Auswahl zwischen Kartoffeln, Nudeln und Reis zu haben.
Beim Aufgießen dann keine Spur von klassischem “Tütenessengeruch”- nein, denn Lyo Expedition Food besticht durch das wirklich sehr appetitliche Aroma, das sich sofort verbreitet und absolut Lust auf mehr macht. Nun muss man allerdings noch einige Minuten wiederstehen können- denn auch die Optik schürt die Erwartung auf den Geschmack. Die verwendeten Zutaten sehen durchweg hochwertig und frisch aus, welche sich durch kräftige Farben jeweiliger Fleischsorte & Gemüse zeigt.
Der Anteil von ca. 1/3 Fleich am Fertiggericht ist gut und egal ob Schweinelende, Hühnchenbrustfilet (Mexikanischer Topf) oder Beef Stroganoff (Rindfleisch) alle benötigen definitiv ihre Ziehzeit von mindestens 10 Minuten, um eine gute Konsistenz bzw. Zartheit zu erreichen. Jedes Fleisch hat seinen typischen Eigengeschmack , der bei frischem Fleisch vom Metzger am deutlichsten zur Geltung kommt. Umso erstaunlicher finde ich, dass durchweg ein toller Fleischgeschmack bei allen Gerichten wahrnehmbar ist.

Schweinegulasch mit Kartoffeln - Beim Gemüse & Fleisch kein Qualitätsverlust durch Gefriertrocknung erkennbar
Die Hauptbeilage und hierbei insbesondere die Kartoffeln, finde ich sehr gelungen. Geschmack und Konsistenz unterscheiden sich nicht von einer frisch zubereiteten Mahlzeit zu Hause. Die verwendeten Nudeln (Rigatoni) im Beef Stroganoff halte ich
allerdings für ungeeignet, da diese auch nach geforderter Ziehzeit leider noch etwas fester als al dente waren.
Dies ist aber die einzige Anmerkung zu den Hauptbeilagen. Das verwendete Gemüse ist immer mit leichtem Biss und aromatisch, daher möchte ich behaupten, dass viele bei einem Blindtest nicht von einem selbstgemachten Essen nicht unterscheiden könnten.
Komplettiert werden kann ein Menü durch Suppen (in meinem Falle Tomatencremesuppe) und auch gefriergetrocknetes Obst als kleines Schmankerl danach.
Alle Früchte (Banane, Exotic, Waldbeeren, Apfel usw.) waren wirklich lecker im Geschmack und sahen top aus. Die Favoriten bleiben für mich persönlich die Erdbeeren – sehr intensiv.
In der Summe bietet Lyo Expedition Food sehr gelungene ausgewogene Gerichte mit gutem Geschmack und tollen hochwertigen Beilagen, die beim Essen einfach Freude machen.
Für Menschen, die beim Trekken in Bezug auf Essen auf nichts verzichten wollen und auch für kleine Gourmets genau das Richtige.
Abschließend die TrekkingTester “Ergebnisse Kompakt” Tabelle mit unserem Testurteil: